Gebrauchtwagenprüfung: Umfang, Kosten und Garantie

Ein Gutachten dokumentiert den untersuchten Fahrzeugzustand. Es beseitigt nicht jeden verdeckten Mangel oder spätere Defekte. Gutachtenpflicht, Kosten und Verkäufergarantie sind getrennte Fragen.
Ein Gutachten dokumentiert den untersuchten Fahrzeugzustand. Es beseitigt nicht jeden verdeckten Mangel oder spätere Defekte. Gutachtenpflicht, Kosten und Verkäufergarantie sind getrennte Fragen.
Pflicht und Zeitpunkt des Gutachtens
Artikel 16 der am 27. August 2024 veröffentlichten Handelsverordnung verlangt für betriebliche Verkäufe der Klassen M1, M1G, N1 und N1G ein Gutachten innerhalb der zehn Tage vor dem Verkauf. Eine Ausnahme gilt in Provinzen ohne entsprechend TSE-zertifizierten Gutachtenbetrieb.
Fahrzeuge über acht Jahre nach Modelljahr oder über 160.000 km sind von der Gutachtenpflicht ausgenommen. Ein niedriger Wert bei einem Kriterium macht das andere nicht bedeutungslos: Auch ein junges Fahrzeug kann oberhalb der Kilometergrenze liegen.
Diese Pflicht im gewerblichen Verkauf gilt nicht unverändert für jeden Privatverkauf. Eine Ausnahme beweist weder Mängelfreiheit noch die Entbehrlichkeit einer Prüfung. Vor dem Geschäft ist die aktuelle Regelung zu kontrollieren.
Ersteller und Kostenträger
Das Gutachten erstellt ein Betrieb mit einschlägigem TSE-Dienstleistungsnachweis. Verkäufer und Gutachter müssen es nach der Verordnung mindestens fünf Jahre aufbewahren; der Verkäufer legt beim Verkauf eine Kopie dem Notar vor.
Scheitert der Verkauf aus einem vom Käufer zu vertretenden Grund, trägt dieser nach Artikel 16 die Kosten, sonst der Betrieb. Eine allgemeine Regel, dass immer der Käufer zahlt, ist damit falsch. Fahrzeug- und Unternehmensangaben müssen stimmen.
Garantie gesondert prüfen
Artikel 17 regelt für erfasste Fahrzeuge drei Monate oder 5.000 km für Motor, Getriebe sowie elektrische und elektronische Systeme. Bei vom Hersteller erneuerten Gebrauchtfahrzeugen nennt er ein Jahr oder 20.000 km.
Artikel 17–18 enthalten Bedingungen und Ausnahmen zu Alter/Kilometern, fortbestehender Hersteller/Importeurgarantie, bekannten Fehlern, dokumentierten Schäden, Verschleiß und Fehlgebrauch. Nicht das gesamte Auto oder jeder Defekt ist unbegrenzt gedeckt; Verbraucherrechte bei mangelhaften Waren/Dienstleistungen sind gesondert zu betrachten.
Keine absoluten technischen Versprechen
OBD-Diagnose, mechanische Tests und Sichtprüfung ergänzen sich. Ein einzelner Widerstandstest beweist keine hundertprozentige Airbagsicherheit. Auch Batteriezustandsmessungen liefern nicht bei jedem Auto nach identischer Dauer ein endgültiges Ergebnis.
Prüfen Sie bei Elektroautos Messmethode, Temperatur, Software, Kapazitätsdefinition und Herstellervorgaben. SOH ist nicht unter allen Bedingungen gleich dem verbleibenden Reichweitenprozentsatz. Bei Miete sind außerdem Wartungs-, Schaden- und Ersatzwagenbedingungen schriftlich zu prüfen.
